Die 28-Stunden Woche – Zeit für eigene Projekte

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Wer hat das eigentlich erfunden?

Die meisten Deutschen arbeiten zwischen 35 und 45 Stunden in der Woche. Lange habe ich mir die Frage gestellt, wer das eigentlich erfunden hat? Wer hat festgelegt, dass es für uns am Besten ist 40-Stunden/Woche täglich zwischen 9 und 17 Uhr zu arbeiten (mit Bedacht auf die  Menschen, die noch weitaus andere Arbeitszeiten haben und die täglichen Überstunden vieler Angestellter)? Und welche Gedanken stecken hinter dieser Überlegung? Die Vorteile sind eindeutig – alle sind zum gleichen Zeitpunkt am gleichen Ort und können von 9 bis 17 Uhr gemeinsam an den Projekten und Zielen ihrer Firma arbeiten.  Nur was ist bei dieser Festlegung aus folgenden nicht weniger wichtigen Aspekten geworden:


  • tatsächliche Effektivität einer 40-Stunden+ Woche
  • flexible Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Stress- und Gesundheits-Level der Arbeitnehmer
  • ausreichend Zeit für Inspirationen und neue Ideen
  • orts- und zeitunabhägiges arbeiten
  • Wunsch nach mehr Selbstständigkeit und Selbstverwirklichung
  • Umsetzung eigener Projekte
  • flexible Familienplanung
  • und viele weitere Aspekte…

Für mich persönlich war die Antwort auf die Frage eindeutig. Ich möchte auf ein selbstbestimmtes Leben zurückblicken, in dem ich meine Zeit nach meinen Maßstäben effektiv und selbstgesteuert genutzt habe. Dazu zählt mehr Platz für persönliche Ziele, eigene Projekte und ein wertschätzender Umgang mit meiner Zeit. Zudem kam der große Wunsch nach mehr eigener Verantwortung auf. Etwas Eigenes auf die Beine zu stellen und die Dinge selbst zu entscheiden – der Wunsch den nicht nur die Generation „Y verkörpert. Seit April 2018 arbeite ich in meinem 28-Stunden Modell und nutze das 3-Tage Wochenende für meine privaten Projekte.

Nicht nur mich beschäftigen diese Fragestellung. Die Fragen nach der Sinnhaftigkeit einer 40-Stunden Woche werden mittlerweile immer öfter in den Medien diskutiert. Neben dem aktuellen Tarifergebnis der IG-Metall zum Thema 28-Stunden Woche für Vollzeitbeschäftigte gibt es zahlreiche Artikel die sich dieser Thematik widmen. Zudem wird die Fragestellung in verschiedenen Studien wissenschaftlich untersucht (z.B. Studie zum Thema Gesundheit einer 40-Stunden Woche). Eine Linksammlung interessanter Artikel habe ich für euch unten zusammengestellt.

Doch wie sieht die „perfekte“ Arbeitswoche aus? 

Die Ansichten sind sicher sehr individuell. Meine Vorstellung einer „perfekten“ Arbeitswoche beinhaltet die Unterbringung aller individuellen Ziele und Projekte inklusive einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 28-Stunden. Erst durch die Reduzierung ergibt sich der Vorteil flexibel auf Änderungen im privaten wie auch im beruflichen Umfeld reagieren zu können. Zudem verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben immer mehr, Nebenbei-Projekte führen zu nebenberuflicher Selbständigkeit und die Digitalisierung schreitet immer weiter voran. Die Reaktion darauf lässt sich unter dem Begriff „Work-Live-Integration“ zusammenfassen. Dabei geht es um die individuelle Gestaltung der täglichen Arbeits- und Freizeit. Die Prioritäten beider Welten stehen gleichermaßen im Fokus und die Tätigkeiten werden abwechselnd in den Tag integriert. Die Graphik links oben zeigt dafür ein mögliches Beispiel auf Basis einer 28-Stunden Woche (< 6 Arbeitsstunden am Tag). Natürlich kann jeder Punkt je nach Priorität getauscht, ersetzt oder umgeplant werden. Die zusätzliche Reduzierung der Arbeitszeit auf beispielsweise 28 Stunden in der Woche macht das Modell attraktiver und lässt viel Platz für die notwendige Flexibilität. Selbstverständlich kann das Modell auch mit einer regulären 40-Stunden Woche praktiziert werden. 

Wie kann ich das umsetzen?

Verschiedene Arbeitszeitmodelle unterstützen heute schon die integrierte Zeitgestaltung. Dazu zählen Homeoffice, Gleitzeit und Vertrauensarbeitszeit, zusätzlicher bezahlter Urlaub, Sabbatical, Teilzeitmodelle oder auch die Möglichkeit von Elternzeit für beide Elternteile. Der Schlüsselfaktor ist das gegenseitige Vertrauen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Dabei ist die Zielerreichung der geschäftlichen und der privaten Ziele der Maßstab. Nicht die Erfüllung zeitlicher Vorgaben nach Stundenzettel. Den Schritt zu gehen hat viel mit Mut zu tun. Mut die eigenen Bedürfnisse und Wünsche offen mit dem Arbeitgeber zu besprechen und auch Mut erstmal weniger zu verdienen (z.B. durch die Reduzierung der Wochenstunden). Einen kleinen Anstoß geben folgende Bücher, die auch mir geholfen haben den Schritt zu wagen:

Buchempfehlungen, 4-Stunden Woche, Leidenschaft finden, StartUp, mehr Zeit, Felix Platz, Robert Wringham, John Strelecky, Timothy Ferriss

  1. The Big Five for Live von John Strelecky
  2. Das Café am Rande der Welt von John Strelecky
  3. Die 4-Stunden-Woche von Timothy Ferris
  4. Ich bin raus von Robert Wringham
  5. Das 4-Stunden-Startup von Felix Plötz

Ich habe alle Bücher nach der genannten Reihenfolge gelesen. Sie vermitteln diesen gewissen Spirit, die Dinge einfach anzupacken und eigene Projekte und Wünsche umzusetzen. Das wichtigste dabei ist „Einfach Machen“, nicht lange planen, nicht lange zögern, die ersten Schritte können sofort umgesetzt werden. Zu dem Thema „Einfach Machen“ gibt es bald auch einen eigenen Blogbeitrag. Der eigentliche Treiber hinter der ganze Sache ist die Leidenschaft die Dinge auch mal anders anzugehen. Auf dieses Gefühl sollte man eingehen und es nicht ignorieren. Zum Thema „erstmal weniger verdienen durch die Reduzierung der Stunden“ möchte ich noch einen Satz ergänzen: mehr Zeit für eigene Projekte, mehr Zeit für die eigene Leidenschaft und dadurch vielleicht die Option sich mit diesen Dingen ein zweites Standbein aufbauen zu können. Dabei lässt sich an eine Nebenberufliche Selbstständigkeit denken – hervorragend  dafür ist das Buch von Felix Plötz und seine zahlreichen Vorträge mit vielen inspirierenden Beispielen. Für alle Entfesselungskünstler, die der Falle „Arbeitgeber-Dasein“ komplett entkommen möchten, empfehle ich das Buch „Ich bin Raus“ von Robert Wringham. Der Engländer ist bekannt für seinen Humor und hat mit der Gründung des Magazins „New Escapologist“ einen Meilenstein zu diesem Thema gelegt.

Fazit

Ich bin der festen Überzeugung, dass es für jeden Menschen ein individuelles Arbeitszeitmodell gibt, welches umsetzbar ist und sich in aller Konsequenz leben lässt. Mit Respekt und Verständnis für die persönliche Situation und Anerkennung für die erfolgreiche Umsetzung der beruflichen Ziele. In diesem Modell bleibt Platz für die Verwirklichung persönlicher Ziele, von der nebenberuflichen Selbstständigkeit bis hin zum stressfreien Familienleben. Viele Arbeitnehmer müssen sich mit der Veränderung noch anfreunden, diese erkennen und neue Arbeitsmodelle akzeptieren. Nichtsdestotrotz gibt es keinen Grund zu warten sein eigenes Modell in die tägliche Realität umzusetzen. Dabei helfen viele Bücher, Artikel und schlussendlich das offene Gespräch mit dem Arbeitgeber.


Quellen: Graphikdesign: Canva, Graphikinhalt: AddSomeGreen

Linksammlung: 

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